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Dat valt nog te bezien.
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München/Gelsenkirchen - Darauf erstmal eine Zigarre, ganz wie der Mentor eben.
Andreas Müller steckte sich nach dem Überraschungs-Coup mit Mirko Slomka gleich eine an.
Der neue starke Mann auf Schalke erinnert in einigen Zügen an seinen entmachteten Vorgänger - aber eben nur in wenigen Facetten.
Demontage in kleinen Scheibchen
Spätestens seit den bewusst öffentlich gemachten Demontagen Assauers in einschlägigen Fachmagazinen und dessen Nichtberücksichtigung in der prekären Trainerfrage hat sich ein Machtwechsel in Gelsenkirchen vollzogen.
"Ich wusste selbst nicht Bescheid. Auf die Idee Mirko Slomka wäre ich nicht gekommen. Das ist schon überraschend", gestand Assauer auf der Vorstellung des neuen Übungsleiters frei.
Ein "Rangnick light" auf Schalke
Einen wie Slomka, bisher lediglich einmal als Cheftrainer aktiv, hätte Assauer als Chef seiner "kickenden Truppe" wohl nie geduldet.
"Wir wollen einen erfahrenen Mann vor dem alle sofort Respekt haben", hatte er Mitte Dezember noch gefordert. Herausgekommen ist ein Ralf Rangnick in klein, die Light-Version des ungeliebten Schwaben.
Ein weiterer Tiefschlag für Assauer, zumal Müller auf der Pressekonferenz vom "Wunschkandidaten Slomka" sprach. "Er sieht aus wie Richard Gere", befand Assauer halbschmeichelnd.
Rückendeckung erhält er immerhin von Ebbe Sand. "Slomka ist ein Assistenz-, aber kein Chef-Trainer", soll der Däne über seinen neuen Vorgesetzten gesagt haben.
Interner Machtkampf
Den leisen Abgang des "Monarchen" vollführt Schalke geschickt auf mehreren Ebenen. Schon Rangnicks Verpflichtung soll damals, im Herbst 2004, Müller lanciert und forciert haben.
Nach der Champions-League-Pleite in Eindhoven dann wetterte Assauer zum erstenmal offensiv und öffentlich gegen den Unerwünschten.
Der interne Machtkampf war entbrannt, Aufsichtsrat und Präsident drängten Assauer immer mehr von der Bildfläche und enterten selbst die Podien.
Assauer wird Präsident
Zuletzt gab Aufsichtsratschef Clemens Tönnies gewichtige Interviews in gewichtigen Medien, alle mit dem Tenor: "Assauers Zeit als Manager ist vorbei - er bleibt aber unser Mr. Schalke und darf als Präsident weitermachen."
Assauer selbst findet sich wohl damit ab, in Zukunft nur noch graue Eminenz sein zu dürfen, obwohl sein Vertrag als Manager noch bis 2008 läuft.
"Verträge, was heißt schon Verträge? Die kann man auch zerreißen", sagte der unlängst der "Sport Bild".
Probleme mit der Außendarstellung
Schalke 04 hat ein hartnäckiges Problem mit seiner Außendarstellung. Das wissen auch alle Verantwortlichen. "Hier wurden viele Fehler gemacht. Ab sofort wird eine klare Linie verfolgt, wer wann was zu sagen hat", prophezeit Müller.
In anderen Worten: Assauer und damit auch dessen Unberechenbarkeit wird peu a peu aus der öffentlichen Wahrnehmung genommen. Das Imperium schlägt nun mit den selben Waffen zurück.
Viele Verdienste um Schalke
Doch ganz so einfach kann und will man einen wie Assauer nicht vom Hof jagen. Schließlich machte der 61-Jährige aus einem maroden Arbeiterklub eine der ersten Adressen im Lande.
Titel folgten, den Bau des neuen Stadions samt Landesbürgschaft und Segen der Stadt Gelsenkirchen darf sich zu großen Teilen Assauer ans Revier heften. In den letzten Jahren scheint er aber einen Großteil seines Glanzes selbst zu zerstören.
Kronprinzen an die Macht
Deshalb soll der Altgediente jetzt gewissermaßen weggelobt werden. Nach der WM soll Assauer der erste Mann in Staate Schalke sein.
Dann aber ohne Einfluss auf das operative Geschäft. Das erledigen die Kronprinzen.